
Anwendung und Evaluation virtueller Techniken auf Head-Mounted-Displays im Kontext von Class-A Oberflächenanalysen und -beurteilungen
Dissertation

Zusammenfassung
Bei der Gestaltung von Fahrzeugexterieuren und -interieuren bewerten hoch qualifizierte
Experten die Ästhetik von Oberflächen und erkennen Mängel wie zum Beispiel
leichte Verformungen. Solche Oberflächenuntersuchungen werden üblicherweise anhand
physischer Prototypen durchgeführt, deren Herstellung einen hohen Kosten und
Zeitaufwand bedeutet. Auch wenn große Fortschritte im Bereich der Rechenleistung
von PCs und auf dem Gebiet der virtuellen Realität (VR) eine sehr realistische
Darstellung virtueller Umgebungen ermöglichen, ist das Vertrauen in die Validität
virtueller Bewertungen nach wie vor gering. Daher werden im Rahmen dieser Arbeit
neuartige Darstellungsmethoden (Shader) und Techniken umgesetzt und in Probandenstudien
dahingehend evaluiert, inwieweit diese die Beurteilungsgüte sowie die
Akzeptanz von Oberflächenanalysen in der VR beeinflussen. Zu diesen Umsetzungen
gehören der Einsatz von Perspektiv-Mannequins, ein Sitzbock in Kombination mit
einem virtuellen Avatar, ein animierter Normalenshader, die Darstellung in einem
Lightfield mitsamt eines umgesetzten Laserpointers, ein Material- und Variantenschalter,
eine neuartige Gestensteuerung sowie ein Screen Space Ambient Occlusion
(SSAO) basierter Shader, welcher für Mixed Reality Inhalte einen Schatten erzeugt.
Zur Evaluierung wurde eine Reihe unterschiedlicher Probandenstudien in den Interieuren
und Exterieuren verschiedener Modelle einerseits in der VR mittels eines VR
Head-Mounted Displays (HMD) als auch an realen Prototypen durchgeführt, wobei
die Experimente vorwiegend von Experten und Entscheidungsträger als Probanden
durchgeführt wurden. Die Resultate und Erkenntnisse dieser Probandenstudien werden
aufgezeigt und hinsichtlich der zugrundeliegenden Forschungsfrage analysiert, ob
die heutige VR-Hardware und Software in der Automobilindustrie den Bedürfnissen
der anspruchsvollen Experten entspricht und inwieweit VR im Anwendungsbereich
der Oberflächenanalysen Vorteile bieten kann. Die Ergebnisse zeigen, dass Experten
anhand einer Teilmenge der umgesetzten Techniken in der VR in die Lage versetzt
werden können, eine mit der Realität gleich hohe Beurteilungsgüte zu erreichen,
wenngleich eine Oberflächenanalyse realer Exterieure insgesamt weiterhin einer Analyse
in VR überlegen sein können. Durch den Einsatz von Shadern ist es möglich, die
Beurteilungsgüte positiv zu beeinflussen, während Techniken wie der Sitzbock oder
ein SSAO-basierter Shader zur Erzeugung von Schatten die Immersion erhöhen und
Cybersickness sowie die subjektiv empfundene Arbeitsbelastung verringern können.
During the design of car exteriors and interiors, highly trained experts evaluate the
aesthetics of surfaces and identifies flaws such as subtle deformations. Such surface
or design reviews are usually conducted using physical prototypes which represent
a high time and cost factor. Even though major progress in computational power
of PCs and in the field of virtual reality (VR) allow highly realistic presentations
of virtual environments, a low confidence in the validity of virtual reviews remains.
Therefore, in the context of this work, novel display methods (shaders) and techniques
are implemented and evaluated in user studies in order to find out to what extent
they influence the assessment quality as well as the acceptance of surface analyses
in VR. These implementations include perspective mannequins, a seating block in
combination with a virtual avatar model, an animated shader representing the surface
normals, rendering an interior with a lightfield along with an implemented laser
pointer, a switch for materials and variants, a novel gesture interaction method and a
screen space ambient occlusion-based shader that creates a shadow for mixed reality
content. For the evaluation, a number of different user studies were conducted in the
interiors and exteriors of various models in VR using a VR head-mounted display
(HMD) as well as on real prototypes, with mostly experts and decision-makers as
participants for the experiments. The results and findings of these user studies are
laid out and analyzed with respect to the underlying research question of whether
current VR hardware and software in the automotive industry meet the needs of
sophisticated expert users and to what extent VR can offer advantages in the area of
surface analyses. The results show that experts can indeed achieve an assessment
quality that is on par with reality using a subset of the implemented techniques in
VR, although a surface analysis of physical exteriors may still be superior overall
to an analysis in VR. By using shaders, it is possible to positively influence the
assessment quality, while techniques such as the seat buck or a SSAO-based shader
for creating shadows can increase immersion and reduce cybersickness as well as the
subjectively perceived workload.
Schlagworte
Virtual Reality
Mixed Reality
Automotive Industry
Design
Strak
Shader
Visualisierung
Oberflächenanalyse
Mixed Reality
Automotive Industry
Design
Strak
Shader
Visualisierung
Oberflächenanalyse
DDC-Klassifikation
003 Systeme
004 Informatik
004 Informatik
Umfang
XIII, 173 Blätter
Einrichtung
Promotionszentrum Angewandte Informatik
Link zur Veröffentlichung
Sammlungen
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BibTeX
@phdthesis{Tesch2023,
author={Tesch, Alexander},
title={Anwendung und Evaluation virtueller Techniken auf Head-Mounted-Displays im Kontext von Class-A Oberflächenanalysen und -beurteilungen},
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year={2023},
school={Hochschule RheinMain, Wiesbaden},
url={https://hlbrm.pur.hebis.de/xmlui/handle/123456789/151},
doi={10.25716/pur-107}
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